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Nachhaltigkeit umzusetzen, ist wie Hausaufgaben machen

Wenn es um neue Maßnahmen geht, ist die wichtigste Information für Unternehmer*innen: Was für Vorteile haben diese für mein Unternehmen? Wie viel Arbeit, Zeit und Geld muss ich investieren?

Nachhaltigkeit wird immer mehr zur Pflichtaufgabe und beruht immer weniger auf Freiwilligkeit bei der Umsetzung. Dennoch bringt die zielgerichtete Umsetzung von Nachhaltigkeit viele Vorteile mit sich. Nachhaltigkeit umsetzen, ist wie Hausaufgaben machen: Man darf stöhnen, man darf meckern, aber es hat einen (Lern-)effekt und langfristige Vorteile, auch wenn man Zeit opfern muss.

Schüler*innen und Unternehmen müssen sich oft Regeln beugen, die sie selbst nicht befürworten und nicht selbst bestimmt haben. Wir möchten Ihnen zeigen, warum es lohnt, sich mit Nachhaltigkeit zu beschäftigen. Wenn Sie Ihre Hausaufgaben gründlich erledigen, wird Sie der Effekt überraschen.

Für mehr Hintergrundinformationen zur Herkunft der Nachhaltigkeit, können Sie hier reinlesen. Für diejenigen, die schon Bescheid wissen oder nicht viel Zeit haben, folgt eine Kurzfassung.

Nachhaltigkeit

„Nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können“ (Weltkommission für Umwelt und Entwicklung, 1987).

 

Viele Gesetze haben die ESG-Kriterien zur Grundlage, die Nachhaltigkeit nach Umwelt (Environment), Soziales (Social) und Unternehmensführung (Governance) bewerten und aufarbeiten.

Vorteile eines Nachhaltigkeitsmanagements

Ein Nachhaltigkeitsmanagement zu entwickeln, kostet Zeit und damit Geld. Was sind also die Vorteile eines Nachhaltigkeitsmanagements? Warum ist es sinnvoll, sich im Unternehmen damit zu beschäftigen?

1.

Das Unternehmen wird als Arbeitgeber attraktiver.

2.

Die Motivation der Mitarbeitenden steigt.

3.

Einsparpotenziale bei Kosten und Emissionen werden gehoben.

4.

Risiken werden analysiert.

5.

Es bieten sich Chancen für Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit.

6.

Innovationen werden stärker vorangetrieben.

7.

Die Reputation des Unternehmens steigt.

8.

Sie ist Vorraussetzung für den Zugang zum Kapitalmarkt.

9.

Die Attraktivität für Investoren steigt.

10.

Das Unternehmen leistet einen Beitrag zum Gemeinwohl.

Solche Aussagen lassen sich einfach treffen, wir wollen sie Ihnen aber ausführlich begründen. Sie müssen uns das also nicht einfach glauben, es gibt dafür Belege.

Warum Sie als Arbeitgeber attraktiver werden

Als Mittelständler sind Ihnen sicherlich Probleme wie Fachkräftemangel und die Suche nach passendem Nachwuchs bekannt. Viele Ausbildungsplätze bleiben unbesetzt. Der Arbeitsmarkt ist zum Arbeitnehmermarkt geworden. Das Ziel vieler Unternehmen ist es nicht nur neue Arbeitskräfte anzuwerben, sondern bestehende zu halten und zu motivieren.

 

Ein Trick, um auf dem Arbeitsmarkt hervorzustechen, ist es, sich als Unternehmen nachhaltig zu positionieren. Ist Nachhaltigkeit entscheidend?

 

Antworten auf diese Frage liefert eine Online-Umfrage zum Stellenwert des Themas Nachhaltigkeit von Stepstone und des Handelsblatt Research Institutes (HRI). Insgesamt ist es drei von vier Befragten wichtig, dass Nachhaltigkeit bei ihrem (möglichen) Arbeitgeber einen hohen Stellenwert hat.

Schnell kommen hier sicherlich die Gedanken auf, dass das nur auf die jüngere Generation zutrifft, doch bei der Umfrage lassen sich keine großen Unterschiede zwischen den einzelnen Generationen feststellen.

Nachhaltigkeit ist also nicht nur hilfreich, um sich von der Menge abzugrenzen, sondern steigert die Motivation im Unternehmen. Laut Universum Student Survey wünschen sich junge Menschen besonders, dass sie die Zukunft mitgestalten können und erwarten von ihrem zukünftigen Arbeitgeber Innovationskraft und ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit. Das stellt einen deutlichen Wertewandel da.

Zudem wird durch ein Nachhaltigkeitsmanagement im eigenen Unternehmen ein Schwerpunkt auf den sozialen Bereich gelegt. Das bedeutet, dass Aus- und Weiterbildung, Diversität, Gesundheit und Arbeitssicherheit gestärkt werden. Solche Maßnahmen erhöhen die Motivation, da sie Wertschätzung ausstrahlen und die Arbeitsbedingungen verbessern.

Ferner richten viele Menschen ihren privaten Lebensstil nachhaltiger aus und können sich mit einem nachhaltigen Arbeitgeber besser identifizieren, was die Zugehörigkeit zum Unternehmen stärkt.

Warum Ihr Ansehen steigt

Sie profitieren von Nachhaltigkeit, wenn Sie als Unternehmen ernsthaft und ehrlich bei der Sache sind. Greenwashing hat einen negativen Effekt. Greenwashing bedeutet, dass Nachhaltigkeit als Werbemaßnahme nach außen benutzt wird, aber im Inneren nicht gelebt wird.

Wenn Sie Nachhaltigkeit leben, ist es wichtig, dies nach außen zu kommunizieren. Hier gilt eindeutig der Grundsatz: „Tue Gutes und sprich darüber“. Viele familien- und inhabergeführte Unternehmen haben schon nachhaltige Wirtschaftstätigkeiten implementiert, tragen davon aber nichts in die Öffentlichkeit. Nur wenn Sie darüber ehrlich, offen und transparent sprechen, können Öffentlichkeit, Geschäftspartner und Kunden sich über ihre Aktivitäten informieren. Gleichzeitig zeigen Sie damit, dass Ihr Unternehmen etwas zum Gemeinwohl beiträgt.

Beides sorgt dafür, dass Ihr Image nicht nur geschützt, sondern aufgewertet wird.

Warum Sie attraktiver für Investoren werden

Banken sind ab 2024 gesetzlich dazu verpflichtet, sich darüber zu informieren, welche ESG-Risiken bei Kreditvergaben an Unternehmen bestehen. Mittelfristig ist davon auszugehen, dass solche Risiken in Kreditkonditionen eingepreist werden. Das heißt, der Zugang zu Kapital kann sich für Unternehmen ohne Nachhaltigkeitsstrategie erschweren.

Damit ist bestätigt, dass nachhaltige Investitionen auf dem Vormarsch sind und den nächsten, großen Trend auf den Kapitalmärkten markieren. Mit nachhaltig ausgerichteten Geschäftstätigkeiten macht sich jedes Unternehmen interessanter für potenzielle Investoren.

Warum Sie innovativer werden

Nachhaltigkeit als Geschäftsmaßnahme führt dazu, dass in vielen Bereichen bisher bestehende Prozesse überdacht und angepasst werden. Damit lassen sich in einigen Sektoren Einsparungen realisieren.

Offensichtliche Kostenreduzierungen finden im Bereich Umwelt statt. Senken Unternehmen den Verbrauch von Strom, Gas oder anderen Energiequellen, werden automatisch Kosten reduziert. Eine angestrebte Kreislaufwirtschaft reduziert Entsorgungskosten und spart Ressourcen. Weitere Kosten sparen Unternehmen bei der Gewinnung von Personal, durch eine höhere Verbundenheit zum Arbeitgeber müssen Stellen weniger häufig neu besetzt werden. So sparen Sie sich Zeit und Geld mit einer niedrigeren Fluktuation.  Die implementierten Managementprozesse unterstützen Unternehmen bei der Erfüllung der Compliance und überprüfen die Lieferkette. So werden Sie frühzeitig auf mögliche Gesetzesverstöße aufmerksam und können Maßnahmen einleiten.

Gleichzeitig findet durch ein gut aufgesetztes Nachhaltigkeitsmanagement eine Risikoanalyse statt. Um wirtschaftlichen Schaden vom Unternehmen abzuwenden, werden Präventions- und Abhilfemaßnahmen implementiert. So lassen sich Umwelt- und Sozialfaktoren einbeziehen, sowie die Folgen der eigenen Geschäftstätigkeit auf Umwelt und Gesellschaft analysieren. Ihr Unternehmen wird resilienter und spart sich im möglichen Schadensfall hohe Kosten.

Eine Nachhaltigkeitsstrategie wirkt nicht nur intern im Unternehmen, sondern auch extern auf alle Geschäftsbeziehungen. Immer mehr Abnehmer erwarten von ihren Lieferanten eine Nachhaltigkeitsstrategie. Oftmals wird hierbei ein Schwerpunkt auf die Treibhausgasbilanzierung gesetzt, aber auch weitere Themen aus dem sozialen bzw. Umweltbereich werden abgefragt. Wer hier bereits vorgearbeitet hat, genießt einen Wettbewerbsvorteil.

 

All diese Faktoren wirken als Innovationsbeschleuniger im eigenen Unternehmen. Die Suche nach neuen Geschäftsmodellen und die Auseinandersetzung mit den eigenen Werten sind ein wahrer Treiber – nicht nur im Bereich Nachhaltigkeit. Zudem eint es die Belegschaft unter einem gemeinsamen Ziel: einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung zu leisten.

Hausaufgaben lohnen sich

Genau wie Hausaufgaben hören sich Gesetze, Pflichten und Verantwortung erstmal nach Strafe an und nicht nach Chance und Vorteil. Es gibt jedoch eine Menge Maßnahmen, die eine direkte Belohnung mit sich bringen. Wir haben Ihnen hier einige Beispiele zusammengetragen.

1.

Verschiedene Maßnahmen, z. B. im Bereich Energieeffizienz, senken sofort die Kosten.

2.

Nachhaltigkeitsmaßnahmen schaffen einen anderen Zugang zu Kunden und verbessern bestehende Kundenbindungen.

3.

Durch die Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie differenziert sich Ihr Leistungsangebot von dem der Wettbewerber.

4.

Nachhaltige Wirtschaftstätigkeiten steigern Ihren Marktwert.

5.

Die gesteigerte Ressourcenproduktivität senkt Beschaffungs- und Entsorgungskosten und mindert simultan die Risiken von Rohstoffkostenschwankungen.

6.

Sie senken aktiv Personalkosten durch ein positives Arbeitgeberimage, einer Stärkung der Unternehmensmarke und der leichteren Gewinnung sowie Bindung von Fach- und Führungskräften.

7.

Durch ein bestätigtes Verantwortungsbewusstsein sind die Beschäftigten motivierter.

8.

Sie leisten einen Beitrag zur gemeinsamen Unternehmenskultur.

9.

Eine bessere Beurteilung im Rahmen der Nachhaltigkeitsbewertungen von Banken und Investoren.

10.

Sie gewinnen zusätzliche Chancen bei der Beantragung von Fördermitteln für das Unternehmen und ihre Kunden.

11.

Sie reduzieren aktiv Risiken in allen Bereichen.

12.

Schon jetzt federn sie zukünftig entstehende Kosten durch steigende Umweltauflagen und nachhaltigkeitsbezogene Verpflichtungen ab.

Herausforderungen gemeinsam meistern

Wie Hausaufgaben auch, ist die Implementierung eines Nachhaltigkeitsmanagements erst einmal Arbeit. Es gibt einige Herausforderungen bei der Umsetzung von Nachhaltigkeit im eigenen Unternehmen, die es zu bewältigen gibt:

  • Mangelnde Personalressourcen
  • Nicht vorhandenes Know-how
  • Mangelndes Verständnis in der Belegschaft durch unklare Kommunikation
  • Keine festgelegten Verantwortlichkeiten
  • Komplexität der Berichterstattung
  • Druck und Priorität des Themas
  • Investitionsbedarf, z. B. durch fehlende Digitalisierung
  • Messbarkeit nichtfinanzieller Faktoren
  • (Noch) keine Verzahnung mit der Finanzberichterstattung
  • Mangelnde Verfügbarkeit von Daten
  • Definition geeigneter Kennzahlen
  • Unsicherheiten bzgl. Erhebungs-/Schätzungsmethoden
  • Fehlende Schnittstellen innerhalb der Reportings

Wir als Nachhaltigkeitsberatung können Ihnen bei Herausforderungen helfen und Ihnen Hilfe zur Selbsthilfe bieten. Damit sind Gesetze, Pflichten und Verantwortung kein Problem mehr und die Hausaufgaben schnell erledigt.